Burkina Faso – „Wenig Regen, voller Ertrag“

Das Projekt des Kirchenkreises Hittfeld für die diesjährige Spendenaktion von Brot für die Welt

Seit zehn Jahren ist auf Benjamin Nikiemas Acker im Bauerndorf Songnaba nichts mehr wie es war. Manchmal regnet es zu viel, fast immer zu wenig. Die Böden sind ausgelaugt, zu feucht, zu trocken. Die Bauernregeln, die sein Vater ihn gelehrt hat, gelten nicht mehr. Jedes Jahr ist weniger Verlass auf die Erde seiner Vorfahren, die früher doch stets genug abgeworfen hat für die ganze Familie.

Am Ende der Regenzeit des Jahres 2018 setzte sich Nikiema eine Frist. Sollte er es innerhalb der nächsten drei Jahre nicht schaffen, genug Geld zu verdienen, um seine Kinder in die Schule zu schicken, würde er ich eine Arbeit in der Stadt suchen. Weil es schon wieder zu wenig geregnet hatte, konnten sie damals nur zwei Mahlzeiten am Tag zubereiten. Es war nicht daran zu denken, Rachiratou, die älteste Tochter, die schon sechs war, in die Schule zu schicken.

2019 besuchte Boubaka Sieba Songnaba. Der Mitarbeiter von ODE, einer Partner­orga­ni­sa­tion von Brot für die Welt, brachte Saatgut von acht alten, heimischen Hirsesorten mit, von denen es hieß, dass sie mit wenig Wasser auskommen. Ein weiterer Versuch, dem vom Klimawandel ausgelösten Nahrungsmangel in Burkina Faso etwas entgegenzusetzen. Nun suchte er Bauern und Bäuerinnen, die sie bei den Feldversuchen unterstützen wollten.
Nikiema war zunächst misstrauisch. Immer wieder musste Boubaka Sieba erklären, dass die heimischen Sorten keinen teuren Dünger und keine Pestizide brauchen. Schließlich pflanzte Nikiema die acht dürreresistenten, heimischen Hirsesorten. Es zeigte sich: Fünf der alten Sorten bringen tatsächlich auch bei wenig Regen vollen Ertrag. Der Feldversuch von ODE überzeugte auch die Fachleute der Regierung. Sie beschlossen, die heimischen Samen von nun an anstelle des verbesserten Saatguts zu verteilen und beauftragten einige Kleinbauern, das alte Saatgut zu vermehren, auch Benjamin Nikiema.
Benjamin Nikiema und seine Frau Zemba Aminata schlagen gemeinsam solange auf die Hirseähren ein, die auf einer Plastikplane liegen, bis alle Körner aus den Hülsen gelöst sind. Dann bereiten sie gemeinsam das Mittagessen zu, Kuhbohnen mit Hirsebrei.

Dass er auf dem Acker seiner Eltern, bei seiner Familie bleiben kann, mache ihn ­glücklich, sagt Nikiema. Fast genauso sehr freue ihn aber, dass er auch anderen Bauern und Bäuerinnen einen Weg in die Zukunft zeigen könne.

Nach dem Essen schaufelt Rachiratou, die älteste Tochter, die Gnouga-Hirsesamen in Plastikfässer. In ein paar Tagen, wenn ihr Vater auch die letzten Stangen geerntet hat, werden Regierungsmitarbeiter die Fässer holen, um die Samen rechtzeitig vor Beginn der nächsten Regenzeit möglichst vielen Kleinbauernfa­mi­lien im Land zur Verfügung zu stellen. Rachiratou, die mittlerweile zehn ist und seit zwei Jahren zur Schule geht, sagt, sie würde einmal gerne Landwirtschaft studieren: „Damit wir alle immer genug zu essen haben.“

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